In diesem Artikel erfährst du, wie nicht mehr zu lernen meine Produktivität deutlich erhöht hat.

Dezember 2018.
Ich sitze fokussiert im Hubud-Coworking Space in Bali. In meinen Ohren elektronische Musik, die mich in den richtigen Bewusstseinszustand zum schreiben versetzt.

Vor mir mein Laptop, an dem ich an meinem ersten Buch schreibe. 10 Seiten pro Tag habe ich mir vorgenommen und ich halte mein Pensum, bald bin ich bei 80 Word-Seiten.

Feierabend. Ich fahre in unsere Villa, springe in den Pool und beschließe, noch etwas zu lesen.

Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Ich lese die Seiten der Verdammnis, geschrieben vom Teufel höchstpersönlich. Auf ihnen steht: Du kannst dein Buch nicht fertig schreiben.

Okay, um es klar auszudrücken: Ich lese ein Marketingbuch und stelle fest: Fuck, da ist noch so viel, dass ich nicht weiß. Ich kann mein Buch jetzt nicht weiter schreiben, bevor ich das nicht beherrsche! Also höre ich auf daran zu arbeiten und lerne weiter.

Eines Tages bin ich so klar, dass ich ein vollständiges Buch schreiben kann. Dann weiß ich genug und niemand wird sagen „Das hast du aber nicht erwähnt“.

Juni 2019

Ich bin stinksauer auf mich selbst. Seit Wochen hängen wirklich gute Kurskonzepte an meiner Wand. Aber fast jeden Tag lerne ich etwas neues dazu und ich will doch vollständig lehren!

Und mein Kurs von letztem Jahr? Den will ich gar nicht mehr ansehen, was ich da alles noch nicht wusste! Wem soll das denn was bringen?

Dann kommt das nächste Buch. Das nächste Seminar. Die nächste Bewusstseinserweiternde Erfahrung. Die nächste Erkenntnis aus der Meditation.

„Entwickle dich stetig weiter“ habe ich über Jahre als Mantra in mich reingepumpt und jetzt ist es mein Verhängnis. Die massive Qualität viel zu lernen und mich schnell zu entwickeln ist mir jetzt ein Klotz am Bein.

Was soll ich tun?

Ironischerweise gibt mir ein Buch die Antwort. „Geist über Materie“ von Dawson Church, ganz nebenbei eine klare Lesempfehlung (Werbung). Er schreibt „Als ich beim Verlag arbeitete habe ich mir Bestsellerautoren angeschaut. Alles hatten eines gemeinsam: Sie waren voll fokussiert darauf, Dinge zu produzieren, anstatt zu konsumieren.“

Da ist der Schlüssel und die Antwort. Ich erkenne an, dass ich nicht gut darin bin, intensiv zu konsumieren und zu produzieren gleichzeitig.

Also führe ich von nun an „Zauberer-Phasen“ ein.

Das heißt: Ich sperre mich allein ein meinem Turm (Arbeitsbereich) ein, für mehrere Tage. 2 Tage brauche ich, um voll bei mir anzukommen. Ich nutze Pizza und Pornos um mich auf die richtige Frequenz für massive Produktivität einzustimmen und dann produziere ich.

Es funktioniert. Es funktioniert so unendlich fantastisch, dass ich selbst überrascht bin. Ich bin darin so produktiv, dass ich Zeit und Raum vergesse und einfach nur erschaffe.

Fazit:

Ich trenne in Zukunft zwischen Zauberer-Phasen und Abenteurer-Phasen. Ich sage gezielt Nein in meinen Zauberer-Phasen und gezielt Ja in meinen Abenteurer-Phasen.

Wieder ein Lebensrätsel gelöst.