Die Archetypen der Gegenwart

Die Muse

Muse ArchetypIn jedem Moment deines Lebens fließen Visionen durch deinen Geist. Du brauchst einen Menschen nur anzusehen und hast schon Ideen, was dieser in der Welt erschaffen könnte. Du bist wie ein Füllhorn an Kreativität. Du fühlst dich manchmal wie ein Empfänger für kosmische Signale und alle Ideen dieser Welt scheinen einen Zwischenstopp in deinem Schädel zu machen.

Das ist meistens verdammt anstrengend. Vor allem, weil dieser unendliche Fluss in dir beständig nach Ausdruck drängt. Du würdest am liebsten den ganzen Tag durch die Welt laufen und den Menschen die Ideen mitteilen, die durch dich fließen.

Und genau da beginnt das Problem der Muse.

Das ganze System der Muse drängt nach Ausdruck und Inspiration. Sie ist glücklich wenn sie Visionen erschaffen und geistige Netze vor sich hin spinnen kann. Für andere Menschen die das nicht verstehen ist es aber nur das vorletzte Wort: Spinnen.

Musen haben eine Fähigkeit, die extrem ist. Es fließt am laufenden Band durch sie hindurch und es ist schwierig für sie, diesen Fluss zu unterbrechen um einer Vision lang genug zu folgen, um etwas selbst auf dieser Erde zu manifestieren.

Das schlimmste was einer Muse passieren kann ist ein Job, in dem sie jeden Tag die gleiche Routinetätigkeit durchführen muss. Willst du eine Muse energetisch vernichten, dann lass sie ein Jahr lang täglich die gleiche Ablage sortieren.

Die Muse erkennt man daran, dass sie ihren Routinejob völlig vernachlässigt, aber trotzdem nicht gefeuert wird, weil sie für alle Mitarbeiter und vor allem für den Chef eine beständige Quelle von Ideen und Energie ist.

Das Paradies für die Muse ist es, von machtvollen Umsetzern umgeben zu sein. In der High Society unterwegs zu sein und beständig Einfluss auf mächtige Männer und Frauen zu haben, da ist die Muse zu Hause. Sie spielt jede Rolle perfekt, wenn sie dafür nur ihre Fähigkeit ausleben und damit ihren Spirit verbreiten kann.

Die Muse ist eine Idealistin. Sie hat hohe Ideale und leidet darunter, wenn sie diese nicht leben kann.

Der Preis für ihre machtvolle Fähigkeit ist, dass ihr Einsatzgebiet so eingeschränkt ist. Wenn sie niemanden hat, den sie inspirieren kann, ist sie wie eine Blume ohne Licht. Wenn sie Leute um sich herum hat die viel reden, aber nichts von ihren Ideen umsetzen, dann fühlt sie sich innerlich verraten.

Musen verdoppeln mit ihrer Präsenz das Selbstvertrauen aller anwesenden. Sie wirken wie Signalverstärker und wecken Visionen, speziell in Männern. Mehr als ein Mann ist in sein Verderben gerannt oder hat Blut und Asche über die Welt gebracht, weil er der überströmenden Energie einer Muse nicht widerstehen konnte. Die Muse empfindet dabei keinerlei Schuldgefühle, weil sie einfach nur ihre Natur auslebt und der andere ja selbst wissen muss, was er tut.

Die wenigsten Musen sind sich ihrer Wirkung auf andere vollumfänglich bewusst. Ihre Anwesenheit kann den Unterschied zwischen aufgeben und durchziehen für ein großes Projekt sein. Sie verstärkt, was da ist und sieht in Menschen oft, was diese sein könnten.

Eine Herausforderung der Muse ist, dass sie am stärksten für andere ist. Musen haben oft den starken Drang, etwas eigenes zu erschaffen, scheinen damit aber immer wieder gegen Mauern zu laufen. Im schlimmsten Fall drehen sie sich dann in einem Teufelskreis aus gescheiterten Projekten und Selbstverurteilung. Natürlich kann jede Muse die nötigen Fähigkeiten entwickeln, um ihr eigenes Ding zu machen – aber der fließende Weg ist derjenige, der die Kräfte von anderen verstärkt.

Um dahin zu kommen darf die Muse entweder durch Zufall in die richtigen Kreise und Umstände stolpern, oder aber einen intensiven Prozess mit ihrem Ego durchlaufen.

Musen mit starken Orakel-Anteilen sind oft diejenigen, die die Helden von Morgen erwecken. Das Orakel sieht die mögliche Zukunft der Heldin und die Muse verstärkt die damit erwachsende Energie so stark, dass die Heldin genug Vertrauen fasst um zu gehen.

Ein großer Dienst für Projekte, Firmen und Unternehmungen aller Art wäre ein offen ausgeschriebener Job für eine Muse. Deren Aufgabe liegt dann einfach nur darin, für die anderen bestärkend und mit Visionen da zu sein. Bis diese Ansicht sich weit genug verbreitet hat, gehen die meisten erwachten Musen den indirekten Weg und werden Coach, Prostituierte, Geliebte, Putzfrau, oder ein „normal arbeitender Teil des Teams“. Masterminds zu leiten ist nach den heutigen Begriffen eine der besten Ausdrucksformen der Muse.

Viele Musen die ihre Qualitäten nicht vollumfänglich anerkennen erleben auch folgendes Phänomen: In ihrer Küche gehen Helden und Könige ein und aus und holen sich bei ihr Kraft, Inspiration und Glaube ab – aber nichts von dieser Arbeit schlägt sich auf ihrem Konto nieder. Keiner weiß wie viele unerkannte Musen mit unendlich starken Fähigkeiten unerkannt und voller Selbstzweifel in kleinen Wohnungen sitzen und sich fragen, was sie falsch machen.

Falls du gerade innerlich zuckst und dir sagst „AAAAAAAAAAAAH GOTT, das bin ja ich!!!“ empfehle ich dir folgende Strategie:

Such dir jemanden, den du inspirierend und umsetzungsstark findest, der aber noch nicht in seiner vollen Kraft angekommen ist. Biete dich dieser Person als Unterstützer an und suche dessen Nähe. Wirke mit deiner natürlichen Qualität auf diesen Menschen ein und zensiere nicht, was du von oben bekommst.
Die Muse erkennt sich in denen, die sie stark macht.