Die Archetypen der Gegenwart

Der Druide

Druide ArchetypDas Wort des Druiden lautet: Verstehen.

Der Druide versteht die Natur. Er hört die Naturgeister sprechen. Er hat einen ganz natürlichen Zugang zu Pflanzen, Tieren, Flüssen, Bergen, Ahnen und Steinen. Die Welt der Natur scheint im auf so natürliche Art und Weise heimisch und vertraut. Er spricht mit ihr so natürlich, wie ein Kind mit seiner Mutter.

Der Druide versteht die anderen Menschen nicht. Er kann sich nicht vorstellen, wie es sein kann, das jemand die Natur nicht hört, sieht und versteht. Es entzieht sich seinem Verständnis, wie ein Mensch diese Wunder nicht sehen und wertschätzen – oder noch schlimmer, hirnlos zerstören und verbrennen kann. In einer Großstadt zu stehen fühlt sich für ihn wie Folter an, weil die Unnatürlichkeit der Gebilde um ihm herum ihn quälen.

Er versteht auch nicht, wie Menschen die Geschenke der Natur so derbe übersehen kann. Für ihn oder sie ist offensichtlich, auf welche Art die Natur heilt, wie Kräuter, Pflanzen und auch einfach nur der Kontakt mit der Natur heilt. Dass Menschen sich Schmerzmittel und Chemie geben ist für ihn ein Rätsel.

Oftmals verstehen sich Druiden und Druidinnen auch auf körperliches Handwerk. Manche bauen Häuser, Tische und Mauern und für sie fühlt sich das Erschaffen und Bauen an wie ein spiritueller Akt, auch wenn die meisten es niemals so ausdrücken würden.

Andere haben ihr Handwerk auf feinere Angelegenheiten wie Trommeln, Pfeiffen und Schmuck verlagert und erschaffen dort Gegenstände, die oft überraschend lebendig wirken. Nicht selten sprechen Besitzer solcher Gegenstände vom Eigenleben ihrer Stücke.

Die Herausforderung der Druiden ist es, sich nicht aus Schmerz und Unverständnis von den Menschen abzuwenden. Viele ertragen die Ignoranz ihrer Mitmenschen nicht und bevorzugen ein Isoliertes Leben abseits dieses Wahnsinns. Aber ihr werdet gebraucht und zwar dringend!

Die zweite Herausforderung des Druiden ist es, sein Verständnis der Welt zu übersetzen. Wie erklärt man anderen seine Wahrheit? Wie kann man den anderen etwas erklären, für das man keine Worte hat, sondern es einfach nur wahr nimmt? Der Schlüssel für dieses Problem ist meistens entweder ein Brückenbauer, oder die Hingabe an eine Kunst wie das Schreiben oder Videos drehen.

Die dritte Herausforderung des Druiden ist es, mit seinem Wirken seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als Baumeister ist das ganz gut machbar, wobei ihm das blinde Vollpflastern der Natur gegen das Herz geht. Wenn er sich seiner Kräuterkunst und seinem natürlichen Zugang zur Natur widmen will, muss er Wege finden, das zu vermarkten.

Die Leute sind darauf trainiert, Ergebnisse zu wollen. Ein „Komm mit mir in die Natur“ lockt die meisten nicht aus der Reserve und wirkt auch nicht Geldwertig. Deswegen braucht es Einfallsreichtum, um die Brücke zwischen dem was wertvoll ist und dem was die Leute für wertvoll halten zu bauen.

Für Druiden die etwas bei den Menschen bewirken möchten, ist es besonders wichtig, sich mit anderen zu verbünden. Ein einzelner Druide oder eine Gruppe von Druiden, die alle eher nach innen gekehrt sind, bilden gerne mal eine kleine geschlossene Gruppe. Sich mit Brückenbauern und Illusionisten zusammen zu tun, die zwischen den Sprachen übersetzen, ist oft ein Schlüssel.

Druiden die sich den Menschen öffnen, entwickeln oft ein besonderes Händchen für Zeremonien und Selbsterfahrungsreisen. Den Raum dafür zu halten, dass die Spirits verschiedener Pflanzen ihre Wirkung tun können, das erschließt sich ihnen intuitiv.