Ich laufe mit zügigen Schritten durch das Murnauer Moos. Rechts von mir ziehen grüne Bäume vorbei, auf der linken Seite erstreckt sich das Moor und dahinter die Berge.

Plötzlich kommt mir eine Idee. Wie ein Download fließt sie durch meine Neuronen und setzt sich in meinem Hirn fest.

Eine halbe Stunde später sitze ich vor meinem Laptop und beginne zu schreiben. Ich fasse die Idee in Worte, damit sie mir nicht davon fliegt. Direkt danach poste ich sie, weil das so meine Art ist.

Dann passiert… nichts.

Wer mich nicht kennt, könnte jetzt meinen: „Der Mark fängt Sachen an und macht sie nicht fertig“.

Das war auch früher mal wahr, aber heute ist das anders.

Ich bin ein Inkubator-Umsetzer.

Inkubation ist ein Begriff aus der Biologie. Wir stecken uns mit einem Virus an und er braucht eine gewisse Inkubationszeit, bis er verbreitet genug ist und die Krankheit beginnt.

Genauso ist es bei mir mit Ideen. Ich bekomme den Initialvirus und halte ihn in Worten fest.

Dann gärt es in mir – und einige Tage, Wochen oder sogar Monate später macht es plötzlich Zack und alles ist da. Dann wird konsequent umgesetzt.

Der Inkubator-Umsetzer ist die Weiterentwicklung der Menschen, die als jugendliche viel angefangen und nichts zu Ende gebracht haben. Es ist eine Mischform aus der Freiheit viel zu beginnen, dem Luxus sich Zeit zu nehmen und der Disziplin, Dinge zu Ende zu bringen.

In letzter Zeit bin ich immer öfter darauf gestoßen, dass es viele von uns gibt. Wir schauen eine Fortbildung und lassen es lange wirken. Monate später macht es Zack und alles ist da.

Wir haben eine Idee und lassen sie lange im stillen Wirken. Irgendwann macht es Zack und die Inkubation ist abgeschlossen.

Kannst du dich darin finden?