Die Archetypen der Gegenwart

Der Beschützer

Beschützer ArchetypMänner aufgepasst. Wenn du bisher mit nichts andocken konntest, lies diese hier:

Der Beschützer ist ein Archetyp, den man erst beim genauen hinschauen wirklich erkennt. Von allen ist er der unauffälligste, der unscheinbarste, dessen Beitrag zum großen Spiel des Lebens und der Spiritualität nur der geschulte Betrachter in seinem vollem Ausmaß erkennt.

Der Beschützer ist der oder diejenige, der einfach ganz normal ist. Der von Montag bis Freitag zur Arbeit rennt und den Abend vor dem Fernseher verbringt. Um das ganze mal eine Ebene tiefer zu betrachten:

Der Beschützer ist die Person, die den Raum für andere hält.

Er ist der, der das Geld verdient, während seine Frau „komischen Hokus-Pokus macht“.

Sie ist die, die schaffen geht, während ihre Kinder „sich erst mal selbst finden müssen“.

Die Versuchung ist groß, dem Beschützer vorzuwerfen, dass er „im Hamsterrad steckt“, „sein Potential nicht lebt“, „gar keinen Zugang zu den wichtige Dingen hat“, aber eine Ebene tiefer ist das gewaltiger Bullshit.

Er hält den Raum, in dem andere sich entfalten und entwickeln. Er hält sichere Rahmen und warme Häuser, damit andere die neue Welt in sich finden und entwickeln können. Er ist der stille Held, der für die Stabilität in der Welt des Chaos sorgt, ohne wirklich etwas dafür zu verlangen.

Das Licht des Beschützer ist seine Fähigkeit, im Chaos stabil zu bleiben. Während alle um ihn herum verrückt spielen, ist er die Stimme der Vernunft und des Gemäßigten. Während sein Partner oder seine Partnerin komische Dinge macht und kein Geld verdient, hält er oder sie den Raum dafür, dass das passieren kann.

Kein anderer Archetyp hält es aus, so viel zu wirken, ohne dafür erkannt und geschätzt zu werden.

Der Schatten des Beschützers ist, dass er zu beschützende braucht. Wenn seine anvertrauten ihre Reise so weit bringen, dass sie mächtig werden, viel Geld verdienen und unabhängig sind, dann verfällt er manchmal in eine schwer erklärbare Krise. Dann fühlt sich sein Leben irgendwie sinnlos an, weil er es so gewohnt ist, sich auf andere zu beziehen.

Die Herausforderungen des Beschützers sind folgende:

1. Er darf sich selbst dafür Anerkennen, welche Bedeutung seine Rolle hat. Gerade in der Zeit in der kein anderer das sehen kann, braucht er eine starke innere Selbstwertschätzung

2. Er darf aufpassen, nicht zu heftig in seine stabile Schale zu rosten. Ein unbewusster Beschützer kann sich leicht zu einem massiven Spießer, einem übertriebenen Meckerer oder einem unausstehlichen Besserwisser entwickeln. Sein Wort hat viel Einfluss auf die Entfaltung derer, die sich unter seinem Schutz entfalten. Wenn er diese zu sehr klein macht und kritisiert, dann ist er Schutz und Blockade zugleich. Glaube an die, die du beschützt!

3. Irgendwann sind die Schutzbefohlenen stärker als der Beschützer. Verdienen mehr Geld, sind Selbstbewusster und in ihrer Macht angekommen. Dann darf der Beschützer lernen, loszulassen und sich mehr auf sich selbst zu beziehen. Dann hilft es ihm, sich wieder mehr eigene Ziele zu setzen, oder sich bewusst neue Schützlinge zu suchen und in die Rolle eines Mentors hinein zu wachsen.

Für die anderen gilt: Wertschätzung ist das ein und alles des Beschützers. Ihn anzuerkennen, ihm zu danken und ihn nicht für seinen Schutz zu kritisieren ist wie Balsam für das große Herz des Beschützers. Er erwartet es nicht, für sein Sein geschätzt zu werden – um so tiefer ins Herz gehen ihm Komplimente, Dank, Geschenke und liebe Worte.

Wenn du heute also etwas wirklich gutes tun willst: Identifiziere einen Beschützer und lass ihn oder sie spüren, wie sehr du diese Qualität wertschätzt.