Meine Breathwork Erfahrung auf Bali

Ich atme schwer und kann nichts sehen. Zwei kräftige Hände drücken sich auf meinen Hals. Ich spüre wie Schmerz meinen ganzen Körper durchflutet. Ich zittere und die Luft wird immer weniger, ich kann nicht mehr atmen. Mein ganzer Körper verkrampft und meine Gliedmaßen beginnen einzuschlafen.

 

Eine meiner Aufgaben in diesem Leben ist es, mein maximal mögliches Potential zu entdecken, zu leben und zu teilen. Das heißt für mich, ich entwickle mich beständig weiter und stelle mich neuen Erfahrungen, egal ob angenehm oder schmerzhaft.

Am Samstag morgen wurde ich zu einem Breathwork-Workshop eingeladen. Bali ist wirklich DER Ort, wenn es um Yoga, spirituelle Workshops, Kakaozeremonien und ähnlich coole Erfahrungen geht.

 

Wir kommen also beim Workshop im „Sayuri Healing“ an und werden von Steven J Todd empfangen, einem drahtigen und tätowierten Neuseeländer und unser Breathwork-Instructor.

„Wir werden jetzt eine Stunde lang atmen“ sagt er mit freundlicher Stimme. „Wir atmen tief ein und aus und lassen keinerlei Pause zwischen Einatmen und ausatmen. Es geht hier um Selbstausdruck. Es können allerlei verrückte Dinge passieren, lasst es einfach raus und verurteilt euch nicht dafür.“

 

Wir beginnen damit, zu tanzen, um uns zu lockern. Dann beginn das atmen. Ich bekomme Angst, weiß aber nicht wovor. Mein Unbewusstes sagt mir damit, dass etwas im Anmarsch ist.

Nach fünf Minuten atmen im sitzen lege ich mich hin und atme weiter. Meine Beine und meine Lippen beginnen zu kribbeln. Ich habe das Gefühl, dass mir das atmen zu anstrengend ist und will am liebsten aufhören.

 

Ich atme weiter.

Aus dem Kribbeln wird Schmerz. Meine Unterlippen beginnen sich zu verkrampfen und zu lähmen und drücken sich unangenehm in meinen Mund. Ich muss sie mit meinen Fingern fixieren, damit sie mir nicht dem Atmen abschnüren.

Der Schmerz kriecht gnadenlos wie ein Raubtier von meinen Beinen nach oben und ich beginne zu schreien, statt zu atmen.

 

Ich kann mich nicht mehr kontrollieren, während die Pein immer unerträglicher wird. Atmen. Schreien. Rauslassen. Ich will aufhören, aber ich weiß, dass ich jetzt nicht aufhören darf. Der Autopilot übernimmt. Plötzlich spüre ich einen starken Druck auf einem Kehlkopf. Mein Hals schnürt sich wie mit Gewalt zu und ich bekomme nur noch winzige Mengen Luft.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine riesige, schattenhafte Entität, breit und mit Flügeln. Sie zeigt sich präsent, aber nicht bedrohlich. Was zur Hölle?

Da spüre ich wie sich zwei kräftige Hände auf meinen Hals drücken. Die Finger pressen von unten nach oben an meinem Kehlkopf vorbei, so als würden sie etwas unter der Haut nach oben schieben wollen. Ich spüre wie eine heftige Blockade dem Schub der Hände nachgibt und sich die Strangulation um meinen Hals leicht zu lösen beginnt. Zwischen der Blockade und den Händen tobt ein Wilder Kampf, doch die Hände gewinnen die Oberhand. Wie ein geschlagenes Heer zieht sich die Blockade noch oben zurück. Die Hände folgen ihr weiter, bis die Energie meinen Mund erreicht.

 

Ich beginne heftig zu husten, als wäre ich schwer erkältet. Ich huste und huste und spucke unter Schmerzen einen ekligen Schleim aus. Ich kann nicht mehr und mein Körper sackt in sich zusammen.

„Gut gemacht“ sagt Steven. „Das war ein alter Vertrag. Er ist jetzt aufgelöst.“

Ich fühle mich schwach, aber befreit. Gefühlt ist ein ganzer Tag oder vielleicht nur eine Sekunde vergangen, ich weiß es nicht.

 

Der Workshop endet und ich komme langsam wieder zu mir. „Du hast heute etwas großartiges gemacht.“ sagt der Instructor zu mir. „Ich habe einen Download für dich bekommen. Du bist für etwas großes bestimmt. Ich weiß nicht was es ist, aber es ist groß – und du bist gut auf deinem Weg.“

Perplex verlasse ich das Sayuri. Was diese Erfahrung wohl zu bedeuten hatte?

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